Bernhard Huber, Malterdingen, Baden:
2009 Spätburgunder Alte Reben

Mit seinen Rauch- und Specknoten im Duft, mit Waldfrüchten, Kräuter- und Feuersteinnoten, pfeffrigen Akzenten und einer Ahnung von Vanille im Geschmack, seiner seidigen, aber starken Textur und dem knochentrockenen Nachgang ist Hubers Spätburgunder ein idealer Kamin- und Winterwein. Er ist in seiner Fülle beinahe meditativ, ein dominanter, aber nie dominierender Begleiter zu kräftigen Speisen. Ein 2012er, im Herbst 2016 geöffnet, bestätigt die Klasse.

Elmar Lehmann & Odin Bauer (Zalwander), Köndringen, Baden:
2010 Spätburgunder "Harte Erde"

Klarheit und Strenge vermuten wir üblicherweise bei Riesling und bestimmt nicht bei Spätburgunder. Wenn doch, dann kommt er von Garagenwinzern, die sich so einen Wein einfach leisten wollen (und zwar für Kunden, die ihn sich leisten können). Duft und Geschmack: rote Johannisbeere, dunkle Waldfrüchte, feuchter Boden, Wintergewürze, daraus Zimt und Nelke hervorstechend. Ganz leichte Vanille, die nur sanft abrundet. Der Körper selbstbewußt, fleischig, aber nicht zu wuchtig. Im Stil kompromißlos: trocken, komplex, saftig, fordernd, jedoch nicht anstrengend. Insgesamt eher ins Burgund passend. Idealer Begleiter von Wild mit dessen eigenem Geschmack, der die delikate Fruchtsüße des Weins herausfordert. Ein Tropfen, so weit jenseits des Badener mainstream wie irgend möglich.

Klostermühle, Odernheim, Nahe:
2009 Montfort Spätburgunder u. b. F.

Der Wein spricht mit herben Noten von Sauerkirsche, Gewürznelke, weißem Pfeffer und dem ganz leichten Holzakzent, alles unterlegt von delikater Süße, alle Sinne an, überfordert aber keinen. Im Mund entfaltet sich sein Körper gewaltig und endet mit einer Vanilleexplosion im Nachgang. Noch jung, deshalb schrammt er haarscharf am ersten Platz vorbei. Aber wie jeder große Wein hat er Potential und Ruhe, seine Klasse ganz langsam zu entwickeln: seine Zeit wird erst kommen.

Im Winter 2013 war die Zeit gekommen. Wenn überhaupt möglich, noch eindrucksvoller, tiefer. Ein großer, meditativer Wein, fast so facettenreich wie die südbadischen Spitzen. Die Bezeichnung "u. b. F." - unser bestes Faß - nimmt man ihm jedenfalls sofort ab.

Ludi Neiss, Kindenheim, Pfalz:
2012 Spätburgunder trocken "vom Kalkstein"

Schillernder Duft - zunächst intensiv mineralisch, frischer Tabak, reifer Camembert, nasses Leder, Mark einer Vanilleschote, zunehmend fruchtig werdend mit frisch aufgeschnittener Pflaume, später sogar blumig. Im Mund hat man dann einen Wein, der Widerstand leistet, der gekaut werden will und im Februar 2017 ohnehin noch zu jung ist: in drei Jahren kann er seine Premiere geben. Inzwischen wird die Zunge eher von Rohseide als von Samt gestreichelt. In der Aromatik Orangenzeste, eine Spur Kräuter, viel überreife Herzkirsche, die im langen Abgang in einem Vanilleteppich aufgeht. Beispiel eines deutschen Spitzenspätburgunders, der sein Geld wert ist.

Thomas Nelles, Heimersheim, Ahr:
2010 Pinot Noir

Ohne Grund wurde die Ahr nicht zu dem Spätburgunder-Gebiet Deutschlands. Das Weingut Nelles hat großen Anteil daran und beweist das mit diesem Pinot aus Burgunder-Klonen, die in Steillagen wachsen und deren Wein im kleinen Holzfaß ausgebaut wird. Aus ihnen wurde auch in einem für die Ahr sehr schlechten Jahr ein vollkommen stimmiges Gesamtpaket: süße Brombeere, Pfeffer, Champignons, Vanille. Samtig, fruchtig, fein, kraftvoll zupackend und preisgünstig - ja, das auch noch.

Jürgen Krebs, Freinsheim, Pfalz:
2013 Spätburgunder trocken

Der im 1200 l-Holzfaß ausgebaute Wein zeigt im Duft Erdbeere, Rumtopf, leicht Zimt, Vanille und florale Noten. Im Mund wirkt er dicht, vollmundig, fast schon samtig, und er ist Krebs-typisch kompromißlos trocken (seine Spätburgunder fährt Jürgen Krebs bis auf gerade mal 0,1 g/l Restzucker herunter). Feine Aromatik von nicht zu süßem Kompott aus roten Früchten, von Veilchen und Röstnoten, langer Nachgang. Ein flexibler Wein, an der großen Tafel nicht fehl am Platz und dank seiner Kraft auch etwas für die Abendterrasse. Im Frühjahr 2015 noch zu jung; zwei Jahre bekommt er, bevor seine Stunde schlägt.

Weingut im Zwölberich, Langenlonsheim, Nahe:
2014 Spätburgunder trocken

Öko-Zertifizierung und Demeter-Aufkleber allein bürgen noch nicht für besondere Geschmackserlebnisse. Der Duft schon eher: helle Schokolade, Walderdbeere, bittersüßer Zimt, wie man ihn nie im Supermarkt, sondern nur im Ceylon-Urlaub findet. Im Mund sehr dicht und aromatisch, was bei 13,5 Vol-% auch kein Wunder ist, süße Erdbeere und andere rote Früchte, daneben Blüten und eine kalkige Mineralik, die ihn voll und weich macht. Lebendig wirkt er dank spürbarer Säure auch, und sein Nachgang ist ebenso ordentlich wie sein Preis-/Leistungsverhältnis. Spätestens mit diesem Wein ist bewiesen: die Nahe wird unterschätzt, wenn man nur auf ihre hervorragenden Rieslinge schaut.

Schreiber-Kiebler, Klein-Winternheim, Rheinhessen:
2011 Spätburgunder trocken 49°52’47,86” N 8°12’11,51” O

Der rote Bruder des Koordinaten-Rieslings: ungewöhnliche Geschmackswelt von Brombeere und anderen dunklen Waldfrüchten, weißem Pfeffer, Feuerstein, einem Strauß getrockneter Kräuter, etwas Zedernholz, einer rauchigen Note und alles mit zurückhaltender Süße. Auf der Zunge dicht, füllig, samtig, rund, nicht zu schwer: der Barriqueausbau zeigt sich hier von seiner schönen Seite. Richtige, also im Zweifelsfall kühlere Temperierung empfohlen!

Werner Näkel, Dernau, Ahr:
2011 Illusion Eins QbA trocken

Zur Abwechslung und außer Konkurrenz ein weiß gekelteter Spätburgunder, den Winzerstar WN langsam von den Beerenschalen abzog. Dank 13 Vol-% ist er aromatisch sehr voll und körperreich. Erwartungsgemäß fehlen Tannine, dafür überzeugt er mit reichem sommerlichem Potpourri von gelben Früchten und Wiesenblumen, die sich im Mund schön entfalten. Was ihn wirklich interessant macht, ist die stets präsente, aber feine und ausgewogene Säure, die ihm unbändige Frische verleiht. Ein Wein für den langen Sommerabend. Ob er wirklich "Kult" ist, wie der Weinhandel behauptet, sei dahingestellt.

Markus Heid, Fellbach, Württemberg:
2008 Fellbacher Lämmler Spätburgunder trocken 3 Trauben

Im Duft Blaubeeren, Pfeffer und andere Gewürze; im Mund schwer, füllig, buttrige Süße mit gut eingebundenen Tanninen, reife rote Früchte und dunkle Schokolade, zurückhaltendes Holz, langer, intensiver Nachgang. Ein charaktervoller Wein, der für Übliches zu schade ist und interessantere Begleiter wie Bratwürste vom Wildschwein mit Sauerkraut verdient. Ein Winterwein. Einer der beschäftigt. Nichts für nebenher, nicht einfach zu trinken. Kein „Gute Nacht“-Wein.

Herbert Daniel Engist, Achkarren, Baden:
2007 Achkarrer Schloßberg Spätburgunder trocken

Ein warmer Winter-Spätburgunder und der Rumtopf-Wein aus unserem Badener H. D. Engist-Kapitel: weich, schwer, saftig, süß, ja beinahe ölig. Kirsche wird zur überreifen Pechschwarzkirsche, nur noch Reste heller Schokolade bleiben übrig, gut eingebundene Tannine und sanfte Säure im Nachgang fehlen aber nicht. Ein unkomplizierter Feiertagswein, etwa für Heiligabend. Er macht zweifellos großen Trinkspaß, hat aber auch Klasse - ein Vergnügen sowohl für feinsinnige Weinphilosophen als auch für jene, denen Verkostungslyrik egal ist. Kühl servieren.

Schloß Lehrensteinsfeld, Lehrensteinsfeld, Württemberg:
2008 Spätburgunder trocken

Die Flasche wurde im Juli 2016 geöffnet. Im intensiven Duft reife, schon leicht alkoholische Zwetschge, trockene Küchenkräuter und Südfrüchte. Beim ersten Schluck beweist der Wein unmißverständlich seine Herkunft: nicht sofort zugänglich, im Geschmack kräftig und herb, zwetschgenfruchtig mit interessanter Eukalyptusnote. Nicht zu trocken, sehr saftig, lang und von sympathischer Reife, jedenfalls schmeckt der Wein jünger als es seine Farbe vermuten läßt. Gutes und geradezu lächerlich preisgünstiges Beispiel Württemberger Spätburgunderkunst. Wer es fruchtiger, weicher und voller - aber eben auch weniger typisch - mag, greift zur "Edition Carl Dietzsch" desselben Jahrgangs.

Graf von Kageneck, Breisach, Baden:
2009 Spätburgunder Spätlese trocken "Im Barrique gereift"

Ein Schokoladenwein: sowohl im Duft, da könnten es feine Pralinees sein, als auch im Mund, hier intensive, dunkle Schokolade, außerdem eingelegte Früchte und Kirsche, begleitet von einem buttrigen Ton. Zurückhaltende Holznote, welche die energischen fruchtigen Akzente eher unterstützt als dominiert: der Barriqueausbau ist gelungen. Ein trockener, aber sehr saftiger Wein ohne Tiefe, dafür mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

J. J. Adeneuer, Ahrweiler, Ahr:
2015 Rosenberg Spätburgunder trocken GG

Vom Ahrweiler Superstar kommt dieser tiefe, geschliffene, in seiner Wucht beeindruckende und trotzdem oder deswegen wenig vergnügliche Wein. Er ist geschaffen für eine Küche, die mindestens ebenso gewaltig ausfällt und wirkt damit etwas aus der Zeit gefallen. Andererseits läuft er keinem Trend hinterher, wie das einem Wein von den Adeneuers ja auch ziemt. Als Alleinunterhalter anstrengend, sogar enttäuschend. Überbordende Frucht, dennoch geschmacklich streng, schillernde Mineralität zwischen Bleistift und Schiefer, starker Abgang, kurzum: man wollte dem Spätburgunder hier das letzte Quentchen an Körper und Charakter abringen und pfiff bewußt auf jede Feinheit, die er schenken kann.

Christian Bamberger, Bad Sobernheim, Nahe:
2013 Spätburgunder Schloßböckelheim trocken "7"

Nichts weniger als "die Nahe rot" machen will Christian Bamberger mit seinen aufwendig ausgebauten Rotweinen und dem frischen Marketing. Aus der Spitzenlinie "7" (Details auf Website und Rückenetikett) kommt dieser Spätburgunder, der zur Entfaltung erstens genügend Raum und zweitens etwas Reife braucht. Dann zeigt sich ein rotfruchtiger und herber Spätburgunder mit deutlichen, fast aufdringlichen Zedernoten aus dem Holzausbau. Saftig, durchaus vollmundig und tief, am Gaumen unbedingt trocken, samtig, aber noch spritzig. Einst wird die Jugend vergangen sein, und wir bezweifeln, daß er dann genug Kraft und Körper für weiteres Potential haben wird. Im Sommer 2016 gilt: maximal zwei Jahre noch.

Heiko Wangler, Abstatt, Württemberg:
2008 Abstatter Burgberg Spätburgunder „Selection“ QbA

Intensiver, rauher Duft nach Walderdbeeren und hintergründiger Vanille. Im Mund sehr direkt und herb. Zurückhaltend süß. Fruchtig-säuerlicher Akzent und leicht adstringierend, etwa wie beim Genuß von Sternfrüchten. Nicht sehr facettenreich, vor allem von Walderdbeere und etwas Brombeere geprägt. Wirkt sehr viel leichter als er mit seinen hitzigen 14 Vol-% ist. Ein ordentlicher Winterwein. Was daran aber "Selection" sein soll, erschließt sich uns nicht.

Reichsrat von Buhl, Deidesheim, Pfalz:
2011 Spätburgunder trocken

Sein Duft - frisch geöffnete Pralinenschachtel, Waldfrüchte, Unterholz - läßt einiges erwarten, und der Wein kann das im Mund im Wesentlichen erfüllen: sauber, schon mit einem Anflug von Tiefe und Stil, nicht zu süß und eher auf der erdigen, herben Seite, wie wenn man Kerne roter Johannisbeeren zerkaut. Insgesamt nicht eben aufregend, und die Harmonie fehlt etwas, aber für den unproblematischen Alltagsgebrauch in Ordnung. Wenn es um Spätburgunder geht, muß man andererseits nicht unbedingt auf einen Rieslingspezialisten setzen.

Fritz Waßmer, Bad Krozingen-Schlatt, Baden:
2008 Spätburgunder

Ein etwas schwer zu knackender Tropfen. Die auf dem Rückenetikett überflüssigerweise erwähnten Schattenmorellen und Beerenfrüchte erschließen sich, wenn überhaupt, nur zögerlich. Vor dem Rehrücken mit Nußspätzle und Preiselbeerbirne ging der Wein in die Knie. Für sich genommen zeigte er aber Gemüsearomen sowie auf der Zunge eine interessante Note von geräuchertem Speck. Sehr herb, sehr trocken, nicht einfach zu trinken. Sollte mit besserem Jahrgang eine zweite Chance bekommen.

Und hier ist sie, die zweite Chance: diesmal mit dem Jahrgang 2007. Wiederum von recht strenger, eher animalischer Aromatik mit etwas staubigem Akzent. Braucht Essensbegleitung, um seine fruchtigen und floralen Noten hervorbringen zu können. Eigenwillig, ungewöhnlich, interessant, aber auch etwas anstrengend. Der Waßmer hat an dem Abend das Pech, daß in unmittelbarer Nähe eine 2009er Spätburgunder Spätlese von Patrick Engist steht, und dann ergeht es ihm wie dem armen Tropf, der bei der Damenwahl immer übersehen wird.

Karl Karle, Ihringen, Baden:
2013 Spätburgunder trocken

"Ist das Trollinger?" Die Frage, unmittelbar nach dem Öffnen gestellt, ist gar nicht so falsch: recht helles Rot, gezuckerte Dosenerdbeere, weich auf der Zunge, aber nach genügend Luftkontakt gewinnt der Wein dann an Substanz. Dabei bleibt er stets auf der süß-süffigen, etwas anspruchslosen Seite, was unser Trinkvergnügen nicht stören muß. Das Problem ist, daß seine Facetten: Süße, Frucht, sein weicher Stil, die zarte Bitternote, nebeneinander durch den Gaumen schweben, ohne jemals zusammenzufinden. Ein hochinteressantes Studienobjekt, wenn man das Phänomen "Harmonie" schmecken und verstehen will. Besser gesagt: sein Fehlen.

Baron von Maydell, Renchen, Baden:
2012 Spätburgunder trocken

Der Wein entstand aus einer Kooperation der Weingüter Siegbert Bimmerle und Baron von Maydell. Während wir die Aromatik eines guten Weines ziemlich genau sezieren können, herrscht hier der Eindruck von Vierfrucht-Marmelade vor (was ja ganz lecker ist), zum Glück eingefangen von herberen Noten. Als Nebenbeschäftigung durchaus angenehm wegzutrinken, auch wenn man anschließend nicht mehr weiß, was man da eigentlich im Glas hatte - viellicht liegt das am nicht vorhandenen Nachgang oder der Tatsache, daß der Wein vor beinahe jedem Begleiter kapituliert? Wir haben das Gefühl - ohne es präzise begründen zu können -, daß der Wein auf eine ältere, nicht unbedingt sachkundige Zielgruppe zugeschnitten ist. Um es klar zu sagen: mißlungen ist er keinesfalls; die "Elite des deutschen Weines", so die DLG über Von Maydell-Weine, ist aber ganz woanders zu finden.

Spitalkellerei Konstanz, Konstanz, Baden:
2013 Spätburgunder "Wendegartströpfle"

Im Duft Pflaumenmus, fast schon Pflaumenlikör, etwas süße Schokolade, sehr gefällig, sehr gut designt: genau diesen Eindruck macht er, also Sympathieabzug. Im Mund wirkt er sehr viel herber, da wird er kräuterwürzig, leicht mineralische Note, die Pflaume kullert davon und ist weg, was schade ist, denn wonach schmeckt dieser Wein nun? Stilistisch trocken, leicht und noch nicht belanglos, süffig, Nachhall in Ordnung, die Pflaume wagt sich zögerlich aus der Deckung und schon wieder: irgendwie wirkt das alles nicht echt. Außerdem schreit dieser Wein geradezu nach mehr Holz. Nur zu wählen, wenn nichts besseres zu haben ist.

Franz Keller, Oberbergen, Baden:
2011 Spätburgunder "Selection A"

Überladener Duft: viel Holz, Rumtopf, Weihnachtsgebäck, bei unserem Exemplar auch eine Gumminote. Im Mund adstringierend, bitter, aromatisch sehr zurückhaltend bis scheu; der Körper ebenso: ein fast wässriger Wein. In unserer Ratlosigkeit konsultieren wir Gerhard Eichelmann. Der schreibt von Komplexität und was einem sonst so einfällt, wenn der Wein nicht schmeckt. Wir schreiben von Langeweile und von einem Flaschenpreis, für den man einen ganzen Karton sogenannter Basisweine bestimmter Winzer aus der Gegend bekäme. Die machen garantiert mehr Spaß.

Alexandra und Andreas Diehl, Edesheim, Pfalz:
2010 Spätburgunder "Eins zu eins"

Im Duft reife rote Früchte wie Johannisbeere und Sauerkirsche, etwas Zimt. Sehr intensiv und reich weckt der Duft große Erwartungen, aber der Wein läßt uns beim ersten Schluck dann im Stich. Im Mund extrem weich, wird er durch feines Tannin und gerade noch genügend Säure vor Glätte gerettet. Aromatisch hält er nicht im entferntesten seine Versprechung aus dem Duft, läßt sich aber ganz angenehm wegtrinken. Schöner, bitterer Nachgang. Ein typischer Pfälzer mit Hang zu hoher Restsüße und auf seine Art perfekt gemacht: gefällig, sympathisch, problemloser Begleiter zu allem Möglichen. Und wie 90 % des Weltweinsees hat man ihn in jenem Moment vergessen, in dem das Glas geleert ist.