Auf rund 10 ha ökologisch bewirtschafteter Fläche werden klassische Württemberger, daneben Burgunder, Riesling und einige Neuzüchtungen angebaut. Das Programm ist sowohl in der Quantität - über 40 Positionen - als auch in seiner qualitativen Vielfalt - vom sehr einfachen Wein bis hin zum ambitionierten Tropfen - recht breit angelegt. Einen eigenen, unverwechselbaren Stil konnten wir bislang nicht ausmachen, der Forsthof ist jedoch Beispiel für ein Württemberger Weingut, das auch Weißweine in ansprechender Qualität erzeugt. Im ein oder anderen Fall scheinen sie uns sogar beachtenswerter als die Roten.

Weißweine

2011 Weißburgunder QbA - ein duftiger, blumiger, aber säurekräftiger Wein, der mit großem Vergnügen getrunken werden kann. Er wirkt trotz kräftiger sortentypischer Aromatik unkompliziert, ist gekühlt sehr erfrischend und robust genug, um den in die Gartenrunde passenden Salaten zu widerstehen. Langer Nachgang. Da ist es dann auch recht, wenn er nicht unbedingt zu den tiefen Weinen zählt. Das Preis-Leistungsverhältnis geht noch in Ordnung. Die 2011 Cabernet Blanc Spätlese trocken wird in ihrer Aromatik sortentypisch vom Sauvignon blanc-Elternteil bestimmt, wirkt aber nicht so intensiv wie der Cabernet Blanc aus Hohenbeilstein. Sie entwickelt sich zurückhaltend, ist erfrischend und scheint im schönen Nachgang cremig und fast glatt. Der 2013 Cabernet Blanc trocken haut mit seinen ausgeprägten Limette- und Stachelbeeraromen mehr auf die Pauke: süß, frische Säure, guter Nachgang und auf die Dauer etwas aufdringlich. Da wirkt derselbe Hohenbeilsteiner Jahrgang differenzierter. 2013 Muskateller - seit vielen Jahren einer der bemerkenswertesten Weine vom Forsthof. Stark, delikat, sortentypisch. Der 2014er kommt jahrgangsbedingt nicht an den 13er heran.

Rotweine

Forsthof führt zwei mit großer Sorgfalt ausgebaute Rotweine im Programm, welche die Spitze markieren. Der Vergleich mit ähnlichen Weinen vom Schloßgut Hohenbeilstein drängt sich auf, allein schon der geographischen Nähe wegen. 2008 Lemberger QbA trocken - 16 Monate im Barriquefass gereift: ein von reifer Schwarzkirsche bestimmer, schon samtiger, dunkler Wein, der mehr Fülle verspricht als er hat. Etwas bitterer Kakao, etwas Zimt und feinstes Holz verleihen ihm Vielfalt, Spannung und Tiefe. Aufbäumende Aromatik im langen Nachgang. Schöner Winterwein und Beispiel dafür, wie gut der Holzausbau von einigen Winzern mittlerweile beherrscht wird. Im Vergleich mit dem Hohenbeilsteiner Lemberger GG ist er zweiter Gewinner; es fehlt doch etwas an Frucht und Körper. 2008 Spätburgunder Auslese trocken - 16 Monate im Barriquefass gereift: in seiner Aromatik überraschend zurückhaltend. Sehr weich, rund und mild, die feine Holznote fehlt auch nicht. Was fällt uns zu diesem nicht ganz billigen Wein sonst noch ein? Vielleicht, daß man für ein paar Euro mehr den Spätburgunder GG vom Hohenbeilstein bekommt.

2009 Ars Vinitoris QbA trocken: Spätburgunder, Merlot und Cabernet Carbon wurden im Holzfaß ausgebaut. Dominiert wird der Wein vom Cabernet Carbon. Er ist trocken, durchaus tief und sehr vollmundig. In der Aromatik machen sich dunkle Beeren, Kirsche, bitterer Kaffee und als Gruß vom Merlot etwas Pflaume bemerkbar. Das Holz hält sich erfreulich zurück, der Spätburgunder sorgt für Weichheit, geht aber wie so oft in der Komposition unter. Insgesamt ist der Wein nicht besonders profiliert, dürfte ähnlich wie Ulrich Krafts Cuvee No. 3 aber gut zum Grillabend passen. Bis zur Klasse der Cuvee "Anna Selbdritt" vom Sankt Annagarten ist freilich noch eine Strecke zurückzulegen. Der Merlot wird auch als Auslese angeboten: 2009 Merlot Auslese trocken. Sortentypisch Pflaume und grüne Paprika, daneben Kakao und etwas Zimt. Nicht besonders vollmundig, aber selbstbewußt trocken und samtig mit recht angenehmem, herbem Nachgang. Auch hier kommen wir nicht an einem Vergleich vorbei und verweisen auf Eberhard Kleins Merlot.